Kapselriss im Finger

Der Kapselriss im Finger ist, neben dem Kapselriss in Knie und Schulter, einer der häufigsten Kapselrisse. Die Kapsel umgibt jedes Gelenk im Körper und sorgt normalerweise für die optimale Beweglichkeit der Gelenke. Meistens passiert der Kapselriss im Finger beim Sport, zum Beispiel bei Kampfsportarten, beim Skifahren oder bei Ballsportarten wie Volley- und Basketball.

Der Kapselriss im Finger kann geschehen, wenn der Finger ruckartig in eine unnatürliche Position gebacht wird, so zum Beispiel von der Hand weggespreizt wird. Das kann passieren, wenn ein Ball ungünstig an den Finger schlägt, bei einem Sturz oder einem festen Schlag gegen die Hand.

Die Kapsel des Fingers wird dann überdehnt und kann im schlimmsten Fall reißen. Durch die Überdehnung des Fingers werden meist auch umliegende Gefäße beschädigt und Blut kann in den Gelenkraum gelangen. Das umliegende Gewebe ist so ebenfalls betroffen. Es entsteht ein Gelenkerguss, der den Finger anschwellen lässt. Der Finger lässt sich nun schlecht bewegen und schmerzt.

Kapselrisse im Finger entstehen z.B. durch Überdehnung

Kapselrisse im Finger entstehen z.B. durch Überdehnung

Ist der Finger angeschwollen, sollte er zuerst gekühlt werden – man sollte Eisbeutel, Kühlakkus oder zur Not gefrorene Erbsen mit einem Handtuch umwickelt an den Finger halten. Die Zeitspanne des Kühlens sollte dabei zwanzig Minuten betragen, damit das Gewebe nicht weiter geschädigt wird. Eine weitere Schädigung könnte entstehen, wenn die Kühlung zu kurz oder zu lang erfolgt. Schmerzmittel können bei einem Kapselriss im Finger zwar helfen, jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die Mittel keine Blutverdünner enthalten, wie z.B. Aspirin.

Typisch für einen Kapselriss im Finger sind Blutergüsse, die Schwellung und Unbeweglichkeit des Fingers und ein pochender Schmerz. Es sollte bei Überdehnung und dem Verdacht auf einen Kapselriss im Finger schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird als erstes den Finger vorsichtig abtasten und leicht bewegen, um festzustellen, wie stark eine Bewegungsbeeinträchtigung vorliegt. Anschließend wird meistens ein Röntgenbild gemacht, auch, um eventuelle Knochenbrüche auszuschließen. Liegt ein Kapselriss im Finger vor, wird ein Verband angelegt, der für zwei oder mehr Wochen getragen werden muss. Eine Operation ist bei einem Kapselriss im Finger meistens nicht erforderlich. Diese kann aber doch nötig sein, wenn ein Kapselriss im Daumen vorliegt oder die Gelenke stark instabil sind.

In seltenen Fällen muss die gerissene Kapsel wieder zusammengenäht werden. Um einem Kapselriss im Finger vorzubeugen, kann man einen Tapeverband an den Fingern befestigen, wenn man Sportarten wie Volleyball, Basketball, Kampfsport oder Skifahren ausüben möchte. So werden die Gelenke des Fingers fixiert, es kann nicht mehr zu Überdehnungen kommen und Sportverletzungen werden vermieden. Wichtig beim Anlegen des Verbands ist, ihn nicht zu eng zu ziehen, damit es nicht zu Durchblutungsstörungen kommen kann.

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